Oh ja! Das war ein richtig lohnenswertes Wochenende. Also eigentlich ein halber Partymarathon. Unter anderem. Und mit den üblichen Nebenerscheinungen. Und so kam es, dass mir an einem typischen lazy sunday neben fettleibigen Wohlstandsinformatikern auf Schwebemofas auch andere Dinge durch den Kopf gingen, die sogar halbwegs einen Sinn ergaben. Zum Beispiel fiel mir auf, dass der Wortschatz unserer Umgangssprache ein reichhaltiges Angebot an Synonymen für “Nerven” bietet, wenn einem “Du gehst mir auf die Nerven” schon langweilig geworden ist, da man den Satz zu oft benutzt hat. Und ich begann zu sammeln:
Du gehst mir auf/ das geht mir auf …
• den Geist
• den Keks
• den Kranz
• die Ketten
• die Nüsse
• den Sack
• den Schrank
• den Sender
• den Senkel
• den Wecker
• den Zeiger
• den Zünder
Den Versuch eine Analogie zu “Ich liebe Dich” herzustellen habe ich dann auch nach kurzer Zeit erfolglos abgebrochen, um mich in meinem pessimistischen Weltbild bestätigt zu sehen. Aber da ich nun eine ganze Latte an Begriffen aufgereiht hatte, machte ich mich daran, diese auch auszuwerten. Um innere Zusammenhänge herzustellen oder so. Mir dessen bewusst, dass ich nur eine Auswahl getroffen hatte, welche mit der nötigen Kreativität auf beiden Seiten des Vulgaritätssprektrums noch beliebig ergänzt werden kann, befleißigte ich mich, diese als representativ zu deklarieren. Also konnte ich konstatieren:
• 25% enden auf -er
• ein Drittel beginnt mit “S”
• Es gibt nur halb so viele Anfangsbuchstaben wie Alternativbegriffe
• 83,3% sind maskulin oder werden im Singular benutzt (das logische “Oder” bzw. die Adjunktion “v”)
• 100% (alle) werden im Akkusativ (4. Fall) angewandt
Na gut, der Ansatz war also nicht so fruchtbar. Da die Sorgfalt statistischer Untersuchung nicht zielführend war, ließ ich die Gedanken schweifen. Und plötzlich: da war sie! Die Erleuchtung!
Alle Bezeichnungen lassen sich auf das Fahrrad und seinen Fahrer anwenden. Alle. Unter einer Voraussetzung. Okay, sie mag mehrschichtig sein, aber unter einer Voraussetzung: In Ermangelung eines Autoführerscheins fährt einer seinen Umzug auf einem mit Benzinhilfsmotor, Werkzeugtasche aus Jute (trotz des schweren Steckschraubenschlüsselsatzes) und Analogtachometer (die Akribie zur Spracherhaltung in Sachen “Nadel” vernachlässigend) aussgestatteten Fahrrad, während im Lenkerradio “der Picknicker” läuft. Und der Grund, dass sich sein unzureichend geschnürter Schuh in der Nähe der Tretkurbel verfängt, ist auch der gleiche, warum er sich sicherheitshalber im Handy die Alarmfunktion gestellt hat: er musste sich unbedingt die Kante mit Birnenobstler geben. Womit der Kreis auch geschlossen wäre.
War ja gar nicht so schwer. Und mit meinem neuen Wissen warum die Welt so ist, wie sie eben ist, bin ich dann glücklich und zufrieden eingeschlafen…
Du gehst mir auf den Schrank?? Das hast du dir doch im Delirium ausgedacht das sagt niemand! Ausser du und dein Blog natuerlich
doch doch… Allerdings kenne ich auch nur eine Person, die das tut. Dafür aber ausgiebig. (und ich bins nicht)
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