Archive for the ‘Allgemein’ Category

funciona?

von Ri Ker am Mittwoch, Februar 17th, 2010

Not macht erfinderisch. Sagt man doch so, oder? Nicht nur die Not, auch Unkenntnis, Kreativitaet, Unfaehigkeit, Mexiko laesst erfinden.
Welcher Grund auch immer hier angemessen ist, wie kocht ihr eigentlich euren Kaffee? Wie wascht ihr eure Waesche und gibt es noch Flaschenzuege?

Eins nach dem anderen. Morgens nach dem aufstehen fuehrt mein erster Weg fast immer in die Kueche um Kaffee zu kochen. Eigentlich fuer mich aber ich bereite vorsorglich mindestens acht Tassen vor  um beduerftigen gerade Erwachten den Tagesanfang zu erleichtern. Normalerweise hab ich jetzt ca. 10 Minuten Zeit, um z.B. Zaehne zu putzen, Bett zu machen /hahaha/ oder Zeitung zu lesen /pfihihihi/. Nicht hier.
Sara aus Italien hat letztens die Kaffeekanne fallen lassen und ist inzwischen ausgezogen. Das ist nicht weiter schlimm, da es genug Behaelter gibt in welchem man den Kaffee sammeln kann. (In der allergroessten Not schmeckt der Kaffee aus der Pfanne auch ohne Brot) Nur gibt es diesen nicht in der akribisch ausgemessenen Groesse wie im Original um den Knopf zu aktivieren, der die Fluessigkeit laufen laesst. Sonst bleibt alles Wasser im Filter stehen und laeuft irgendwann oben ueber.
Also muessen die 10 Minuten neben der Maschine verbracht werden um mit einem Loeffel (oder Messer, Gabel, Schneebesen) die Sperre zu deaktivieren. Funktioniert natuerlich nur wenn Kaffeefilter im Haus sind, im (relativ wahrscheinlichen) gegenteiligen Fall kann selbst eine aktive Fruehaufsteherin wie ich nicht aus der Tagesanfangpatsche helfen.

Wir haben eine Waschmaschine, d.h. ich kann theoretisch meine Waesche hier waschen. Folgender Arbeitsvorgang ist dafuer notwendig:

Ich schiebe die Waschmaschine Richtung Waschbecken und Steckdose, schliesse den Strom an und greife mir den 1 Meter langen Wasserschlauch der das Wasser vom Waschbecken in die Maschine transportiert. Dieses  lasse ich ca. 20 Minuten laufen bis die Sachen alle durchnaesst sind, fuege Waschpulver hinzu und drehe den (fehlenden) Knopf, der nur noch aus einer Metallspitze besteht mit der Zange eine Runde auf “an”. Ob es Unterschiede zwischen “heiss”, “kalt” und “empfindlich” im Programm gibt weiss ich nicht aber ich seh die Maschine immer halbvoll und programmiere gewissenhaft nach Bedarf. Das Wasser wird nach dem Waschgang durch den Schlauch in der Dusche entlassen und der selbe Vorgang wird – diesmal ohne Waschpulver – noch einmal durchgefuehrt umd die restliche Seife hinauszuspuelen. Nachdem auch das erledigt ist muss nur noch geschleudert und die Waesche aufgehaengt werden. Beim Schleudern sollte man den Raum verlassen und die Tuer schliessen und leider haben wir keinen Trockner, weder mechanisch noch elektronisch deswegen stellt sich hiermit die Hersusforderung entweder einen freien Platz auf der Waescheleine auf dem Dach zu finden, das Balkongelaender zu saeubern und aufzupassen dass die Sachen nicht vier Stockwerke in den Hof fallen oder Stuehle, Tueren und Duschvorhangstangen zu benutzen um das Zeug irgendwie trocken zu kriegen. Ach ja und die weissen Flecken vom Waschpulver muss man einfach ignorieren, ist ja schliesslich kein Dreck.

Wir haben genau zwei Moeglichkeiten um in die Wohnung zu gehen, ach was sag ich, klettern: entweder ganz klassisch durch das Treppenhaus oder ueber die Feuerleitern im Hof die sich durch Kuerze, Steilheit und Windung auszeichnen. Nicht der groesste Komfort aber schneller und sportlicher. Fuer uns junge und flinke Menschen kein Problem die hoechstens zweimal die Woche ein paar Tortillas und Kaese hochtragen muessen, aber was ist mit den armen Menschen, die uns mit Gastanks oder 20 Liter Wassergallonen versorgen? Dafuer wurde ein Flaschenzug eingerichtet um Effektivitaet und Schnelligkeit zu steigern. Leider ist das Seil abgerissgestel. Nun haengt seit zwei Jahren ein halber Meter Seil an einem rostigen Gestell und die Angestellten vom Gas- und Wasserwerk muessen wieder (wie frueher) nachdem sie ins Haus schreien wer was braucht den langen Weg per pedis klettern und kriegen nichtmal Trinkgeld dafuer.

Was dem Deutschen wohl aber am meissten schmerzt sind die Autobahnen hier. Man bezahlt Maut um den Strassenbau zu unterstuetzen und rattert doch immerwieder ueber knietiefe Schlagloecher. Das faellt dem Mexikaner natuerlich auch auf und er hat das Recht sich zu beschweren und sein Geld zurueckzufordern wenn er Schaden erlitten hat. Der Staat muss natuerlich reagieren um nicht in der Beschwerdenflut zu versinken und denkt sich folgende kostenguenstige und soforthelfende Massnahme aus: Maenner, die bezahlt werden dass sie auf der Ladeflaeche eines Lasters stehen, der ueber die benannten Probleme faehrt und 10 Sekunden anhaelt um die Maenner Asphalt in die Loecher schuetten zu lassen. Ein lustiger Anblick.

Das Gute daran ist, dass man frei ist zu improvisieren, Regeln durch freundliche Blicke zu entschaerfen oder die Hausverwalterin um Hilfe zu bitten wenn man aufs Dach klettern will.

Sara war uebrigens mal wieder da und wollte Kaffee trinken aber es gab keine Filter. Bis die Eltern (also meine) welche kauften  wurden diese durch Klopapier ersetzt. Not macht erfinderisch. Auch wenn sie durch Selbstverschulden kommt.

..eine würgerürgerürg

von deëll am Sonntag, Dezember 20th, 2009

Einen sehr lesenswerten Beitrag zum Thema Geschenketauschverträge hat Muriel in seinem Blog hinterlassen. Hat mir sehr gut gefallen, sowie auch die Kommentare dazu. Ich habe mir diesen Artikel erst heute durchgelesen, weil mir die Überschrift beim schnellen überblättern nichts sagte. Aber auch dazu gab es einen erklärenden Verweis in den Comments. Aber hört selbst:

YouTube Preview Image

Mir ist echt schlecht geworden. Dieser Umstand dürfte zu einem nicht unerheblichen Teil darin begründet sein, dass einer der Verantwortlichen in meiner Erziehung stets darum bemüht war, den Kitsch im Weihnachtszirkus auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren. Danke dafür. Auch wenn, oder gerade weil wir ‘’s Raachermannl’ nie gesungen haben.

Sonst kann ich dem Tenor des Artikels nur zustimmen. Denn wenn ich ein Geschenk mache, dann möchte ich etwas schenken. Eine Freude machen. Von mir für Dich. Mir Gedanken machen, was Dir gefallen könnte. Ohne Erwartung, ohne Gegenleistung. Sonst wär es für mich kein Geschenk mehr. Für einen bloßen Warenschlagabtausch ist es mir ums Geld dann doch zu schade. Und: so ein Notizbüchlein ist schon was Feines…

Der Schussel und die Schusselin

von Ri Ker am Mittwoch, November 25th, 2009

Freiheit braucht einen Rahmen.

Mein derzeitiger Rahmen tritt in Erscheinung von ein paar im Vorraus gebuchten Fluegen, die mich ueber verschiedene Kontinente tragen und die Reisezeit zwischen Orten meines Interesses verkuerzen sollen.

Ich habe also einen Rahmentermin in New York, der mir hilft den Ort meines grossen Interesses, San Francisco, zuegig naeher zu kommen. Dieser jedoch erlaubt mir nicht viel Zeit fuer andere Plaetze meines Interesses und ich finde noch einen Rahmen, der billig, unterhaltsam und effizient ist. Sein Name:

Megabus.

Megabus ist ein wundervolles Unternehmen vergleichbar mit Mac Geiz oder Ryanair nur, wie der Name schon sagt, fuer Busse. Der Service ist ungleich besser und das Personal scheinbar angemessener bezahlt. Die Sitze sind sauber und komfortabel und das alles fuer einen Kampfpreis von 2,50$ – von New York City nach Washington D.C. 5$ fuer Boston – NY. Die finanzielle Politik wird mir fuer immer ein Raetsel bleiben, aber: ich bin begeistert.

Also, ankommen in New York, Stadt (oder Viertel) angucken, Unterkunft fuer die naechste Nacht klarmachen und wenn moeglich Folgeticket kaufen.

Der Plan steht. Morgen Washington D.C., gibts jemanden der mich aufnehmen kann? Ich komme Zwei Uhr nachmittags an, ja tut mir leid ist ganz schoen kurzfristig, aber ich bin unkompliziert, keine Sorge, brauchst deine Wohnung nicht aufzuraeumen und ein Unterhaltungsprogramm ist auch nicht noetig.

Das mit den Antworten dauert immer ein wenig und ich kann inzwischen Waesche waschen, Postkarten schreiben oder Bagel mit Creamcheese essen (total NY mann!).

Zwischen Quarter sammeln und in den Trockner schmeissen (man kann nur mit 25ct-Muenzen zahlen, und niemand, nein NIEMAND hier hat Wechselgeld) und Creamcheese im Blueberry Bagel essen schau ich nochmal auf mein Ticket. Ich weiss es ist ein Nachtbus, das spart mir wertlose Schlaf- und Aufstehzeit, aber soo lang? Ich fahr abends los und komm erst am naechsten Tag nachmittags an? Was steht da hinter der Zwei? AM?? Scheisse! Schon wieder verrafft, oh man ich hab doch erst in Montreal zwoelf Stunden totschlagen muessen! Ist das denn so schwer, Friederike?! Gut, Zwei Stunden hab ich noch, Sachen zusammen sammeln, ins naechste Internetcafé und eine Nachricht an die Notfallbereiten schreiben “Wer hat Lust mir heute Nacht zwischen Zwei und Drei die Tuer aufzumachen? Ich bin Deutsche wir zaehlen die Zeit von 0-23″ (ok das hab ich nicht geschrieben). Ich habe Glueck und ein selbstloser freundlicher junger Mann namens Stephen Bublitz erklaert sich bereit Teile seiner wertvollen Nachtruhe zu opfern um mir Unterkunft zu bieten.

Beruhigt mache ich mich auf den Weg mit Megabus, den Max unsere kompetente und unterhaltsame Fahrerin sicher und schnell zum Ziel bringt. Ich bin immernoch der Meinung, dass an der afroamerikanischen Rastamax (kann mir bitte irgendjemand endlich ein angemessenes, kurzes und politisch korrektes Wort geben?) ein kleiner Hip Hop Checker verloren gegangen ist.

“Yo guys y’all right?” “Yeaah..” Wir moegen sie vom ersten Augenblick. “Ya guys up there..” (es ist ein zweistoeckiger Bus) “gimme ya thumps up” “everyone!.. a´right let´s gooo” Mit ihrer dunklen Stimme und unwiderstehlich trockenem Humor macht sie uns klar, dass der Bus keine Thanksgiving Party ist, wir unsere Essensreste hinter uns aufraeumen sollen und sie auch kein Interesse an liegengebliebenen Blackberrys hat “A gottanough a´hom”. Wir danken ihr nach der Fahrt worauf sie nur cool antwortet “Don´t thank me thank Goood”

Am Haus angekommen oeffnet mir ein verschlafener Stephen die Tuer, zeigt mir Couch und Dusche und haendigt mir – die hoechste Disziplin aller Gastfreundschaft (neben mitten in der Nacht aufwachen und Tuer oeffnen) – den Schluessel aus.

Ich bin also angekommen im Mittelpunkt des weltpolitischen Geschehens und schaue mir eine der unamerikanischsten Staedte der USA an, laufe die schnurgeraden Strassen in gleisender Sonne hinab und beobachte soziale Interaktionen zwischen Security und pubertierenden Breakdancern vorm Weissen Haus. Die Stadt macht einen technischen, ja trockenen Eindruck ohne unnoetigen Cafés, Nebenstrassen und Gallerien. Hier wird Grosses geschaffen.

Umso mehr freue ich mich ueber die Idee den Abend picknickend im Lincoln Park zu verbringen, der durch sich sammelnden Polizisten, wohl am Ende ihrer Schicht angekommen unterbrochen wird, da eine Weinflasche in der Oeffentlichkeit (obwohl wohlweislich in einer Papiertuete versteckt) schnell zum Stein des Anstosses werden kann. Wir setzen unsere Unterhaltung im Hinterhof fort, welche sofort von der Hausbesitzerin bemerkt, und nach Erkennen des Hausbewohners geduldet wird.

Ich bin ein wenig traurig am naechsten Tag nach Philadelphia weiterfahren zu “muessen” (der Rahmen, ihr wisst) aber Dank meiner Schusseligkeit (ich dachte morgen waer Donnerstag nicht Mittwoch) habe ich noch einen Tag. Ich schaue mir ein paar der kostenlosen Museen an und nehme am Abend teil an einer intellektuellen Veranstaltung die den Namen “Asian Trash Movies” traegt. Der Film den sich die Bohemia reinzieht heisst “Tokyo Shock” und ich darf amerikanische Kinokultur vom Feinsten erleben.

Am Donnerstag gehts dann wirklich weiter nach Philly.

Rufe habens eilig

von Ri Ker am Sonntag, November 15th, 2009

Viele Wege fuehren nach Rom, viele Rufe eilen Mexiko vorraus. (Es fuehren auch viele Wege von und nach Mexiko aber das ist grad nicht wichtig.) Ich entscheide mich also statt zu fliegen ueber Land einzureisen mit einem Paerchen aus den USA (Liz heisst das Maedchen) die ihren Umzug nach Brasilien als ausgedehnten Roadtrip gestalten und mich im suedlichsten Arizona mit aufspringen lassen. Auf ihr Auto welches den heroischen Namen “Herkules” traegt. (auch liebevoll “herki” genannt, also “herci” beachte: englisch ausgesprochen!) Er macht seinem Namen leider alles andere als Ehre aber dazu spaeter. Die beiden sind sehr “smarte traveler” wie sie sich stolz betrachten und haben alle (Un-)Moeglichkeiten im Vorraus bedacht und vorbereitet und sind mehr als startklar das gefaehrliche, magnetische von vielen Sagen umwobene Land zu bereisen. Das Auto gleicht einem komplett ausgestatteten Ueberlebenscamp und auch das faellt dem Grenzbeamten auf, der uns eine halbe Stunde aufhaelt, mehr oder minder sinnvolle Fragen stellt, bedeutungsvolle Blicke mit seinem Gegenueber durchs Fenster auf der Fahrerseite wechselt und zwischen vertrauensvoll und ermittelnd versucht alle wichtigen Informationen aus uns herauszuquetschen. (Wieviel Geld habt ihr dabei? mehr als 10.000 Dollar? /ahahahaha schlapplach/ ihr koennts ruhig sagen is nicht schlimm, wir muessens nur wissen) Der Freund von Liz schwitzt waehrenddessen Angst und Unmut da er aus Brasilien kommt und seine Aufenthaltserlaubnis schon gefuehlt vor dem letzten Weltkrieg abgelaufen ist. Ich wuerde euch gern den Namen nennen, dass wuerde alles einfacher machen. Aber das mit den Visa ist ne bitterernste Sache, Leute habt Verstaendnis so nen Umstand UND DAS IN DEN USA posaunt man nicht nach gut Duenken hinaus. Wir duerfen also weiter und muessen uns nun um unser Visum kuemmern was nicht weiter schwierig ist. Den deutschen freundschaftlichen Beziehungen seis gedankt dass mein Pass noch schlank wie eine Gerte ist und er nur jedes Mal um ein paar Milligramm Stempelfarbe schwerer wird. Liz fragt mich ob ich meinen Eintrittszettel in die Staaten abgegeben haette, die Beamten wollen gerne wissen ob ich auch wieder abhau, also machs lieber wennde nochmal kommen willst! Ok, alles klar, wo muss ich hin? Ja, dort wo wie hergekommen sind also ueber die “Laendergrenze”. Eine faszienierende Tatsache an Grenzen. Hipp, Mexiko. Hopp USA. Hipp Mexikohoppusahipphopphipphopp. Ich laufe also unbescholten auf die freundlichen Mitarbeiter zu die auf einmal ganz nervoes werden, ihre Maschinen zuecken und wild mit den Armen fuchteln. SO EINFACH IST DAS NICHT!! Du musst hinter das Gatter durch das drehbare Todeshoellen Einweggitter, die graue Zone durchqueren, und vorbei an der Sicherheitsbeamtin HINTEN anstellen! Und warten! Pfff.. das waer ja noch schoener,  jeder geht rein und raus in das heilige Land wies ihm gefaellt, he? Jaja ok, ich stell mich ja an. Und beobachte den Kontrolleur der jedem skeptisch ins Gesicht schaut, vorerst nicht glaubt dass der Pass der vor ihm stehenden Person gehoert und wenn diese nicht vor Nervositaet zusammenbricht sie weiterlaesst. Aus irgendeinem Grund finden genau diese Leute deutsche Paesse toll. (Ist mir schon an der Grenze von Kanada/USA passiert) Sie betrachten sie eingehend von allen Seiten, fragen ob  jeder bei mir zu Hause so ein Ding hat, finden die Farbe und Form toll und spielen mit dem Wasserzeichen (das mit den Farben) drehen es hin und her und schauen ganz gluecklich. Also, was willst du eigentlich? Ja nur den Zettel abgeben, damit ihr wisst dass ich jetzt weg bin. Aaaahh, ehm ja wie mach ich das jetzt raus? /friemel/ mhm.. und wo tu ich das jetzt hin? /runterfall/ als alle Fragen geklaert sind meint er “Und nun?” Ja, ich will wieder zurueck. Ein zweifelnder Blick. Dann: “EINE KOMMT ZUUURUECK!!” viele viele unglaeubige Blicke in der langen Warteschlange. Zurueck?? Ein Spiessrutenlauf vorbei an der Sicherheitsbeamtin, durch die graue Zone.. das gleiche Spiel. Man entlaesst mich ins Land. Dort kuemmern sich die Beiden um die Papiere fuers Auto und weil sie smarte Traveler sind hat sich Andre nen Geldguertel gekauft den er sich unsichtbar um den Bauch schnuert und jedes Mal wenn er zahlen muss umstaendlich sein T-shirt hochzieht und Geld rauskramt, im besten Fall Scheine fallen laesst. Es gibt komfortablere Situationen zu bezahlen, aber man ist ja vorsichtig. Nach ca. zwei Stunden ist alles erledigt, der zuvorkommende Parkplatzhelfer (der, der auf unser Auto aufpasst wenn wir nicht da sind) mit ner Cola bezahlt und LOS GEHT`S! Mechikooo here we come! Todesmutig fahren wir ins Land aller Gefahren bewusst. Schweinegrippe, kidnappende Drogendealern, kontaminiertes Essen und Trinken, Guerillas, verseuchter Tequila kann uns nix anhaben. Zieht euch warm an, wir sind vorbereitet!

Ein halber Kubikmeter zu Hause

von Ri Ker am Dienstag, November 10th, 2009

Aller Anfang ist schwer.. ums kurz zu machen: Niemand weiss wie man all die schoenen Dinge, die man zu erzaehlen hat einleiten soll deswegen beginne ich einfach in der Mitte.

Heute hatten wirs wieder mit der Ordnung und mir ist aufgefallen, dass es mir sogar in meinem 20l Rucksack schwer faellt ein gewisses System zu behalten, heisst dass die Zahni immer unten, mein Ausweis (den ich fast nie brauch) im obersten Fach und der ganze Rest (ob nuetzlich oder nicht sei dahingestellt) irgendwo in der Mitte rumlungert.  Zwei Jacken, ein paar Supplies aus dem Kulturbeutel und ein Handy sind schon auf der Strecke geblieben.. niemand weiss wo und das obwohl ich doch nur auf  hoechstens nen halben Kubikmeter Besitz aufzupassen hab.

Aber der fuehrt sich manchmal auf wie ein Sack voller Floehe und dann noch meine Tasche mit ner Flasche Wasser, meinem Geldbeutel und Kamera. Das sollte eigentlich alles sein was drin ist nur ist die immerzu voll mit Ramsch und unnoetigem Zeug dass ich jedes Mal erstaunt Mund und Augen aufreiss wenn ich mal wieder reinschau und ich nehme mir erneut vor zu entmuellen. Doch wohin mit all den schoenen Flyern, meinen Stoffresten aus alten T-shirts mit denen ich meine Hose reparieren will, dem huebschen Stein der aussieht wie ein angemalter Fuss und meinem Schreibblog eh block wo ich mir die wichtigsten Saetze aufschreib mit denen ich am coolsten ankomm?

Ganz recht, ihr Lieben, ich bin auf Reisen. Aber dieser Umstand aendert nicht die Tatsache meiner Unfaehigkeit zu organisieren und ENDLICH mal alles an den rechten Platz zu stellen, setzen legen.  (Erinnert ihr euch noch ans Vokabeln lernen in Latein? Stichwort `ponere`.. oder so)

Ja und so liederlich hab ichs bis nach Mexiko geschafft. Wo mich wieder -Stichwort- der Lateiunterricht einholt. Wie war das nochmal? “Die aufeinander bezogenen Substantive und Verben erkennt man an ihrer Endung, Friederike!” “Wie konjungiert man nochmal..?” Jedoch macht der Lateinunterricht hier mehr Spass. Eines der ersten Woerter welches ich hier lerne ist natuerlich (neben allen erdenklichen Schimpfwoertern die natuerlich -Faustregel- IMMER als estes in einer neuen Sprache gelernt werden) `Cerveza`.  Das Bier. Als zweites (ohne die vielen Synonyme fuer `Scheisse` mitzuzaehlen und davon gibts viele) `fresa`, heisst so viel wie spiessig. (Auch ‘Erdbeere’ aber das tut hier nichts zur Sache.) Damit kann man noch nicht so viele sinnvolle Saetze bilden aber das dritte und vierte Wort laesst sich leicht einpraegen `turista`und `Panza`.  ‘Panza de cerveza’  ist ein herrlicher Ausdruck fuer Bierbauch und ich als Reisende begene selbstverstanden vielen Gleichgesonnenen die nicht selten als Turista fresa con Panza de cereveza zu Tage treten.

So viel dazu. Die Hose, die ich bisher natuerlich noch nicht geschafft habe zu reparieren wurde heut morgen an die freundliche Señora unten an der Ecke in ihrem 2 m/2 Wurstverkaufswagen abgegeben die mir, um den Geschichten der Leute hier zu glauben, ein qualitativ viel hochwertigeres Stueck fuer nur 2,50 Euro zurueckgeben wird. Denn je weiter ich in den Sueden komme (auch das wird hier erzaehlt) desto weniger gehen die Dienstleistenden von der Selbststaendigkeit der Bevoelkerung aus, heisst umso mehr wird fuer weniger Geld erledigt. Z.B. im Waschsalon. “Selber waschen?? Nein nein, wir kennen unsere Maschinen sie kommen in 2 Stunden zurueck und koennen alles gestriegelt und gebuegelt abholen.” Neeeein..bitte nicht in den Trockner und erst recht nicht buegeln ich weiss geau dass das mein Unterhemd nicht mehr mitmacht und ich brauchs doch noch!! “Schuhe??? Ahaha nein.. das macht unsere Maschine kaputt das haben wir noch NIE gemacht, aber fuer 30 Pesos kriegen sie die sauber wieder! Mhm.. wie machen wir die Preise wenn sie die Sachen nass abholt??” Nach einer Stunde kreuze ich wieder auf um meine NASSEN Sachen abzuholen und zu Hause ganz klassisch aufzuhaengen. Dort stelle ich fest dass die blaue Polyester Hose mit den gelben Streifen aus Fernandos lustig Kiste fehlt und entruestet bitte ich meinen Mitbewohner der Sache auf den Grund zu gehen. Der winkt milde laechelnd ab und erklaert dass diese sicherlich in den Jagdgruenden der grossen Maschine verschwunden sei, nicht alle Fabrikate seien gemacht fuer den wohl kontrollierten mexikanischen Waschgang.

Ja, nun hab ich – um die Worte meines Bruders und freundlichen Providers dieses Blogs (mit diesem Wort kann man auch die schoensten Spielchen betreiben)- zu gebrauchen  den Fuss in die  Tuer der Blogwelt gekriegt welcher ich immernoch ein wenig skeptisch (ein grosses Vorurteil geegnueber meiner Nationalitaet hier, aber wir wollen uns nicht in Mentalitaetsklischees verlieren) gegenueber steh. Mann warum ist das jetzt kursiv???? Ich raffs immernoch nicht mit den ganzen Tools und Links, Bilder hoch und runterladen, Musik sharen und Entwurf bearbeiten? Oeffentlich bearbeiten oder sofort publizieren? Danieeeeeel!! Ok, schnell den blauen Knopf druecken und schlafen gehen. Reicht fuer heute.

vierhundertzwanzigtausenddreihundertsechsundneunzig

von deëll am Dienstag, Oktober 20th, 2009

wie nur den Fuß in die Tür bekommen? — Einfach plappern – bloggen – blöken!

Sagt er und lässt mal kurz Revue passieren:

• eine knappe halbe Ewigkeit mit dem Gedanken schwanger auch so ein Ding haben zu wollen (und ganz geschickt das m/n-Blog-Dilemma umschifft)

• einen Monat lang eine Domainleiche beim Provider im Keller liegen gehabt

• 3 Tage lang dem Drang getrotzt sich durch ein Wirrwarr an LogIn-Daten, Passwörtern, diversen Konfigurationsseiten und anderen (ir)relevanten Zeichenketten zu winden

• innerhalb von 8 Stunden  effektiv etwa ein Viertel der Zeit für die Umsetzung dieses historischen Wendepunktes aufgewandt

• einige Minütchen der Kreation vorliegenden Textes gewidmet – und

• in Sekundenschnelle auf “Publizieren” gedrückt, damit auch jeder lesen kann, was keinen interessiert.

Nur für den Fall, dass jemand wissen will, was ich die letzten 292 Tage so alles gemacht habe. Ich meld mich dann wieder, wenn ich ein individuelles Theme fertig habe.

Hallo Welt!

von admin am Dienstag, Oktober 20th, 2009

hrhr, und als erste Amtshandlung gleich mal den Rahmen gesprengt!