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Schgodohmd heide?

von deëll am Donnerstag, November 12th, 2009

Herrlich! Ich mach mich heute auf den Nachhauseweg von meinem kleinen Kräutergarten und beschließe, noch schnell dem auftretenden Hungergefühl etwas entgegenzusetzen. Weiter vorne sehe ich blaue Rundumleuchten durch den entlaubten Straßenbewuchs blinken, denke mir aber noch nichts dabei. An der Kreuzung angekommen sehe ich, dass diese von ein paar verloren wirkenden Polizisten abgesperrt ist. Na klar… könnten neue Parts für die Waldschlösschenbrücke sein… egal. Is mir grad zu blöd hier noch weiter rumzustehen und Maulaffen feil zu halten. Und während ich im BurgerKing Bio-Kost bekam, passierte draußen … nichts. Außer ein paar zusätzlich stehenden Straßenbahnen und Autoschlangen die sich nun wirklich in den Horizont hineinwanden hatte sich an der Ausgangssituation gar nichts verändert. Dem freundlichen Herrn in seiner Warnweste wollte ich den fusseligen Mund auch nicht weiter strapazieren und so freute ich mich, auf der staufreien Fahrbahn gen Heim zu radeln. Und weils so entspannt war gleich mal freihändig.
An der nächsten Kreuzung ein ähnliches Bild. Nun gut, dachte ich mir ‘die Hände sicherheitshalber wieder schnell an den Lenker’ um danach gleich in die Offensive zu gehen: “Entschuldigen Sie bitte, darf ich fragen warum hier so weiträumig abgesperrt wird?” “Nudürlisch. Dörfense, wennse vom Fohrrod abschdaign.” Mit einem fragenden, leicht ungläubigen Blick konnte ich dem Beamten gleich hintendran noch die dazugehörige Erklärung entlocken: “Sie ham nämlisch gein fungdsioniorndes Fohrrodlüschd!” Ich hielt einen kurzen Moment inne, beschloss, dass es den Preis wert sei und ging auf den Deal ein. Mit einem gemurmelten “ach, stimmt ja. (wie konnt ich nur)” schob ich mich vom Sattel und bekam auch prompt die Gegenleistung: “Am Flughofn in Dräsdn issn Schdohdsgosd eingedroffn.” Das war selbst für mich fast zu viel. Es blieb so gut wie keine Zeit das Gehörte mit bekannten Worten abzugleichen, da kam eine gewisse Unruhe auf. Aus einem Lautsprecher, den keiner sah, schallte ein: “Die Passanten von der Fahrbahn entfernen!”, Motorengeheul kam näher und der Obmann wurde noch ein wenig pflichtbewusster. Die 3-Leute-Traube ging auf den Gehweg, 2 Motorräder und ein Dienstwagen rauschten vorüber und dann war wieder alles genau so wie vorher. Überall stand still frustriertes Blech, Fahrradfahrer fuhren a la gusto und Fußgänger parierten die staatsgewaltliche Blockade en passant. Ich ließ das Gesamtkunstwerk noch ein paar Minuten auf mich wirken, etliche Staatskarossen flankiert von Zweiradkorsos mit dem nötigen Respekt passieren und radelte vergnügt nach Hause.
Unterwegs sagte ich zu mir – wenn die Dresdener Methode Schule machen sollte, dann ist so ein Polizeistaat doch recht sympatisch. Außer für Autofahrer.

Das war also mein Faschingsauftakt. Aber einen gepflegten Skatabend … gerne!