Ossi durch Geburt – Sachse durch die Gnade Gottes
Das is ja mal ne Ansage. Oder aber um ein anderes Vokabular zu bemühen: ein Bekenntnis. G’fällt mir.
Ossi durch Geburt – Sachse durch die Gnade Gottes
Das is ja mal ne Ansage. Oder aber um ein anderes Vokabular zu bemühen: ein Bekenntnis. G’fällt mir.
Einfach mal frei Schnauze übersetzen:
[Gespräch über "The Hobbit"]
<Lehrer> Did you get it roughly?
<Schüler 1> Was?
<Schüler 2> Ob wir alles gerafft haben.
(gefunden auf Totalbash)
Und nicht vergessen: Nur wer den Arsch offen hat, dem kann auch die Sonne raus scheinen.
Hach, irgendwie finde ich grad wieder mal niedlich ganz toll. Und wie so oft ist nom nom nom ein dankbarer Lieferant. Aber ich will mich mal lieber an die Faustregel “weniger Worte = mehr Wirkung” halten. Bitteschön:
…hat Gold im Schlund
Ach, wie schön ist es doch, sich die Welt immer wieder mal so gaaanz ganz einfach erklären zu lassen. Eigentlich muss man dafür gar nicht so viel tun. Nur ein paar Stunden in der Nähe von Kindern verbringen. Und die Ohren offen halten. Hier mal meine Top 3 von heute Nachmittag:
Normalerweise, wenn man sagt, das ist für Ohrenschmerzen, meint man ja eigentlich etwas gegen Ohrenschmerzen.
Junger Mann, ich wünsche Dir viel Durchhaltevermögen im Kampf um/ mit/ gegen die Logeleien der deutschen Sprache. Mögest Du recht erfolgreich sein, Du tapf’rer Recke. Ich habe schon sehr zeitig aufgegeben, aber mein Gegner war ungleich stärker als Deiner. Im zarten Alter von 4 (?) Jahren wollte ich meine Milch mit Kakao aber mit ohne Honig. Ich blieb dabei, obwohl man mir zutrug, dies sei nicht die korrekte Art seinem Verlangen Ausdruck zu verleihen. Die Anderen waren offensichtlich im Unrecht. Natürlich heißt es “mit ohne”. Völlig klar. Doch mein Wille ward gebrochen der Glaube an mein Recht verblich, jedoch in der Blüte meines Lebens wurde ich gewahr, dass es irgendwann mal so einen Engländer gegeben haben muss, der mit einem dem Meinigen verwandten Sprachempfinden auf die Welt kam, und bevor irgendjemand etwas Gegenteiliges behaupten konnte ein “without” in Umlauf brachte. Gesegnet sei der Mann!
wenn man sich nicht ständig um alles selber kümmert … – machens andere für einen.
Dem bleibt nichts hinzuzufügen. So ist es. Und den Liebling des Tages hab ich mir als krönenden Abschluss aufgehoben:
(Zitat vorerst entfernt. In ein paar Jahren eventuell.)
Oh ja! Das war ein richtig lohnenswertes Wochenende. Also eigentlich ein halber Partymarathon. Unter anderem. Und mit den üblichen Nebenerscheinungen. Und so kam es, dass mir an einem typischen lazy sunday neben fettleibigen Wohlstandsinformatikern auf Schwebemofas auch andere Dinge durch den Kopf gingen, die sogar halbwegs einen Sinn ergaben. Zum Beispiel fiel mir auf, dass der Wortschatz unserer Umgangssprache ein reichhaltiges Angebot an Synonymen für “Nerven” bietet, wenn einem “Du gehst mir auf die Nerven” schon langweilig geworden ist, da man den Satz zu oft benutzt hat. Und ich begann zu sammeln:
Du gehst mir auf/ das geht mir auf …
• den Geist
• den Keks
• den Kranz
• die Ketten
• die Nüsse
• den Sack
• den Schrank
• den Sender
• den Senkel
• den Wecker
• den Zeiger
• den Zünder
Den Versuch eine Analogie zu “Ich liebe Dich” herzustellen habe ich dann auch nach kurzer Zeit erfolglos abgebrochen, um mich in meinem pessimistischen Weltbild bestätigt zu sehen. Aber da ich nun eine ganze Latte an Begriffen aufgereiht hatte, machte ich mich daran, diese auch auszuwerten. Um innere Zusammenhänge herzustellen oder so. Mir dessen bewusst, dass ich nur eine Auswahl getroffen hatte, welche mit der nötigen Kreativität auf beiden Seiten des Vulgaritätssprektrums noch beliebig ergänzt werden kann, befleißigte ich mich, diese als representativ zu deklarieren. Also konnte ich konstatieren:
• 25% enden auf -er
• ein Drittel beginnt mit “S”
• Es gibt nur halb so viele Anfangsbuchstaben wie Alternativbegriffe
• 83,3% sind maskulin oder werden im Singular benutzt (das logische “Oder” bzw. die Adjunktion “v”)
• 100% (alle) werden im Akkusativ (4. Fall) angewandt
Na gut, der Ansatz war also nicht so fruchtbar. Da die Sorgfalt statistischer Untersuchung nicht zielführend war, ließ ich die Gedanken schweifen. Und plötzlich: da war sie! Die Erleuchtung!
Alle Bezeichnungen lassen sich auf das Fahrrad und seinen Fahrer anwenden. Alle. Unter einer Voraussetzung. Okay, sie mag mehrschichtig sein, aber unter einer Voraussetzung: In Ermangelung eines Autoführerscheins fährt einer seinen Umzug auf einem mit Benzinhilfsmotor, Werkzeugtasche aus Jute (trotz des schweren Steckschraubenschlüsselsatzes) und Analogtachometer (die Akribie zur Spracherhaltung in Sachen “Nadel” vernachlässigend) aussgestatteten Fahrrad, während im Lenkerradio “der Picknicker” läuft. Und der Grund, dass sich sein unzureichend geschnürter Schuh in der Nähe der Tretkurbel verfängt, ist auch der gleiche, warum er sich sicherheitshalber im Handy die Alarmfunktion gestellt hat: er musste sich unbedingt die Kante mit Birnenobstler geben. Womit der Kreis auch geschlossen wäre.
War ja gar nicht so schwer. Und mit meinem neuen Wissen warum die Welt so ist, wie sie eben ist, bin ich dann glücklich und zufrieden eingeschlafen…
Herrlich! Ich mach mich heute auf den Nachhauseweg von meinem kleinen Kräutergarten und beschließe, noch schnell dem auftretenden Hungergefühl etwas entgegenzusetzen. Weiter vorne sehe ich blaue Rundumleuchten durch den entlaubten Straßenbewuchs blinken, denke mir aber noch nichts dabei. An der Kreuzung angekommen sehe ich, dass diese von ein paar verloren wirkenden Polizisten abgesperrt ist. Na klar… könnten neue Parts für die Waldschlösschenbrücke sein… egal. Is mir grad zu blöd hier noch weiter rumzustehen und Maulaffen feil zu halten. Und während ich im BurgerKing Bio-Kost bekam, passierte draußen … nichts. Außer ein paar zusätzlich stehenden Straßenbahnen und Autoschlangen die sich nun wirklich in den Horizont hineinwanden hatte sich an der Ausgangssituation gar nichts verändert. Dem freundlichen Herrn in seiner Warnweste wollte ich den fusseligen Mund auch nicht weiter strapazieren und so freute ich mich, auf der staufreien Fahrbahn gen Heim zu radeln. Und weils so entspannt war gleich mal freihändig.
An der nächsten Kreuzung ein ähnliches Bild. Nun gut, dachte ich mir ‘die Hände sicherheitshalber wieder schnell an den Lenker’ um danach gleich in die Offensive zu gehen: “Entschuldigen Sie bitte, darf ich fragen warum hier so weiträumig abgesperrt wird?” “Nudürlisch. Dörfense, wennse vom Fohrrod abschdaign.” Mit einem fragenden, leicht ungläubigen Blick konnte ich dem Beamten gleich hintendran noch die dazugehörige Erklärung entlocken: “Sie ham nämlisch gein fungdsioniorndes Fohrrodlüschd!” Ich hielt einen kurzen Moment inne, beschloss, dass es den Preis wert sei und ging auf den Deal ein. Mit einem gemurmelten “ach, stimmt ja. (wie konnt ich nur)” schob ich mich vom Sattel und bekam auch prompt die Gegenleistung: “Am Flughofn in Dräsdn issn Schdohdsgosd eingedroffn.” Das war selbst für mich fast zu viel. Es blieb so gut wie keine Zeit das Gehörte mit bekannten Worten abzugleichen, da kam eine gewisse Unruhe auf. Aus einem Lautsprecher, den keiner sah, schallte ein: “Die Passanten von der Fahrbahn entfernen!”, Motorengeheul kam näher und der Obmann wurde noch ein wenig pflichtbewusster. Die 3-Leute-Traube ging auf den Gehweg, 2 Motorräder und ein Dienstwagen rauschten vorüber und dann war wieder alles genau so wie vorher. Überall stand still frustriertes Blech, Fahrradfahrer fuhren a la gusto und Fußgänger parierten die staatsgewaltliche Blockade en passant. Ich ließ das Gesamtkunstwerk noch ein paar Minuten auf mich wirken, etliche Staatskarossen flankiert von Zweiradkorsos mit dem nötigen Respekt passieren und radelte vergnügt nach Hause.
Unterwegs sagte ich zu mir – wenn die Dresdener Methode Schule machen sollte, dann ist so ein Polizeistaat doch recht sympatisch. Außer für Autofahrer.
Das war also mein Faschingsauftakt. Aber einen gepflegten Skatabend … gerne!