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Weisheit regiert die Welt

von deëll am Donnerstag, Dezember 31st, 2009

Auf meiner Reise zu den südlichen Nachbarn unseres schönen Landes habe ich einige Impressionen mitgenommen. Wunderschöne Impressionen, beeindruckende Momente. Kuriositäten und Widersprüche. Ich hatte mir auch schon einige Satzfragmente zurecht gelegt, welche ich hier zum Besten geben wollte. Aber nach meinem “Ich muss erstmal abschalten”-Fernsehabend konnte ich mich nicht erwehren, folgende Allerweltsweisheit zu replizieren:

Ein chinesisches Sprichwort heißt auf Lettisch: “Geld regiert die Welt”

Das hat zwar jegliche Ambitionen zunichte gemacht, Philopoesie walten zu lassen, aber wenigstens ist wieder ein Tag vergangen, an dem alles gesagt wurde, was zu sagen war. Letztlich hätte ich sowieso etwas über das Klima geschrieben.

Die allererste Urfassung

von deëll am Donnerstag, Dezember 17th, 2009

Manchmal läufts echt dumm. Man hat so eine richtig gute Idee, aber diverse am Produktionsprozess Beteiligte vereiteln die am meisten erfolgsversprechenden Geistesblitze. Wie ich nun gerne an folgenden zwei Beispielen verdeutlichen möchte:

1. Wham – Last Christmas

Eigentlich wollten die Jungs nur eins: Ein Musikvideo, welches mit den Lyrics Hand in Hand geht, verschmilzt, ein Symbiont wird. Nur mit dem nihilistischen Produzenten hatten sie nicht gerechnet. Unveröffentlichten Protokollen zufolge soll sich dieser in Tiraden ergangen haben, welche mit den Fragmenten “das ganze Geld versoffen”, “eine Frechheit”, “was habt ihr eigentlich die ganze Zeit getrieben”, “und ich bezahle auch noch die Schneehütte”, “da muss was mit Herz her” und “sonst wird das Weihnachtsgeld gestrichen” in aller Kürze treffend skizziert werden können. Na gut. Was dann folgte, können/ müssen wir uns jedes Jahr aufs Neue antun. Zum Glück gibt es bei Burger King diese Jukeboxen nicht mehr, sonst müssten wir das noch viel öfter. Aber es existiert noch ein Videoband der Rohfassung, welche ich auf tmi gefunden habe:

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Zum Glück!

2. Rambo – Das Original

Genauso dramatisch und doch ganz anders im zweiten Fall. Völlig berechtigt gibt es ständig Beanstandungen an deutschen Synchronfassungen im internationalen Film. Aber das hier schlägt dem Faß den Boden aus: original in Deutsch abgedreht und auf Umwegen wieder zurücksynchronisiert. Da passt gar nichts mehr. Ich kann mir das nur am Beispiel eines mittelkomplexen deutschen Satzes erklären, welcher via Googleübersetzungssoftware auf Chinesisch -> Spanisch -> Japanisch -> Englisch und dann wieder auf Deutsch übersetzt wurde. Geht gar nicht anders. Leider ging dabei viel vom Inhalt verloren.  Um Jockey Monika live, original und in Farbe betrachten zu können, bitte direkt auf Youtube gehen. Geht auch nicht anders.

Rezept und die Transkription gibts hier.

Wichtige Eilmeldung

von deëll am Freitag, Dezember 11th, 2009

*Gähn* Bevor sich Fragen über meine außerordentlich lange Abstinenz (die längste seit Beginn dieses Blogs) häufen, möchte ich selber den mutigen Schritt nach vorne gehen um Aufklärungsarbeit zu leisten. Obskuren Gerüchten zufolge soll mein Leben dermaßen langweilig sein, dass ich nichts zu schreiben habe bzw. dermaßen stressig, dass keine Zeit zum bloggen bleibt. Dem ist nicht so! (ich distanziere mich hiermit … bla bla bla) Die Wahrheit ist hier auch nicht – wie so häufig – in der Mitte zu finden, sondern völlig banal anders. Ich habe Winterschlaf gehalten. Da ich aber hungrig wurde, bin ich aufgewacht und zum Kühlschrank getappst. War nix drin. Schade.

Aber ich habe was anderes gefunden. An einem Ort, der auch mit K anfängt.

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Ich verbitte mir jeglichen Vergleich.

das Nachwort zum Sonntag

von deëll am Dienstag, November 17th, 2009

Oh ja! Das war ein richtig lohnenswertes Wochenende. Also eigentlich ein halber Partymarathon. Unter anderem. Und mit den üblichen Nebenerscheinungen. Und so kam es, dass mir an einem typischen lazy sunday neben fettleibigen Wohlstandsinformatikern auf Schwebemofas auch andere Dinge durch den Kopf gingen, die sogar halbwegs einen Sinn ergaben. Zum Beispiel fiel mir auf, dass der Wortschatz unserer Umgangssprache ein reichhaltiges Angebot an Synonymen für “Nerven” bietet, wenn einem “Du gehst mir auf die Nerven” schon langweilig geworden ist, da man den Satz zu oft benutzt hat. Und ich begann zu sammeln:

Du gehst mir auf/ das geht mir auf …
• den Geist
• den Keks
• den Kranz
• die Ketten
• die Nüsse
• den Sack
• den Schrank
• den Sender
• den Senkel
• den Wecker
• den Zeiger
• den Zünder

Den Versuch eine Analogie zu “Ich liebe Dich” herzustellen habe ich dann auch nach kurzer Zeit erfolglos abgebrochen, um mich in meinem pessimistischen Weltbild bestätigt zu sehen. Aber da ich nun eine ganze Latte an Begriffen aufgereiht hatte, machte ich mich daran, diese auch auszuwerten. Um innere Zusammenhänge herzustellen oder so. Mir dessen bewusst, dass ich nur eine Auswahl getroffen hatte, welche mit der nötigen Kreativität auf beiden Seiten des Vulgaritätssprektrums noch beliebig ergänzt werden kann, befleißigte ich mich, diese als representativ zu deklarieren. Also konnte ich konstatieren:

• 25% enden auf -er
• ein Drittel beginnt mit “S”
• Es gibt nur halb so viele Anfangsbuchstaben wie Alternativbegriffe
• 83,3% sind maskulin oder werden im Singular benutzt (das logische “Oder” bzw. die Adjunktion “v”)
• 100% (alle) werden im Akkusativ (4. Fall) angewandt

Na gut, der Ansatz war also nicht so fruchtbar. Da die Sorgfalt statistischer Untersuchung nicht zielführend war, ließ ich die Gedanken schweifen. Und plötzlich: da war sie! Die Erleuchtung!

Alle Bezeichnungen lassen sich auf das Fahrrad und seinen Fahrer anwenden. Alle. Unter einer Voraussetzung. Okay, sie mag mehrschichtig sein, aber unter einer Voraussetzung: In Ermangelung eines Autoführerscheins fährt einer seinen Umzug auf einem mit Benzinhilfsmotor, Werkzeugtasche aus Jute (trotz des schweren Steckschraubenschlüsselsatzes) und Analogtachometer (die Akribie zur Spracherhaltung in Sachen “Nadel” vernachlässigend) aussgestatteten Fahrrad, während im Lenkerradio “der Picknicker” läuft. Und der Grund, dass sich sein unzureichend geschnürter Schuh in der Nähe der Tretkurbel verfängt, ist auch der gleiche, warum er sich sicherheitshalber im Handy die Alarmfunktion gestellt hat: er musste sich unbedingt die Kante mit Birnenobstler geben. Womit der Kreis auch geschlossen wäre.

War ja gar nicht so schwer. Und mit meinem neuen Wissen warum die Welt so ist, wie sie eben ist, bin ich dann glücklich und zufrieden eingeschlafen…

Marias Welt

von deëll am Dienstag, November 10th, 2009

Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Blogosphäre ne ganz tolle Geschichte sei. So rein virtuell und unverbindlich. Flexibel und mit ungeheuerer Durchschlagskraft. Nach dem Motto: gemeinsam regt’s sich besser auf.

Dachte ich mir dabei: super! Will ich auch – kann ich auch. Ich mach mir nen Blog und trete ein in diese wunderbare Welt! Tausend bunte Bildchen und jeder darf machen, was er will.

Aber warte mal. So einfach ist das nämlich gar nicht. Das fängt an bei Ping-, Feed- und Trackbacks und findet bei der absoluten Anarchie noch lange kein Ende.

Die nackte Wahrheit ist: Du brauchst Links! Und zwar ungefähr im 6-stelligen Bereich. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Das nützt dem eigenen Geltungsbedürfnis so gut wie nichts wenn man diese auf der eigenen Site unterbringt. Es müssen stattdessen Links  von anderen Blogs, Newsgroups, Hobbyseiten oder allem Anderen was aus brauchbarem html-code besteht auf DEINE Adresse verweisen.

Und das ist ne echte Crux. Ich kann schlecht hingehen und sagen: “Hey Johnny! Mach ma!” Ich kenn den nichtmal flüchtig und er mich schon gar nicht. Ich kann zwar sagen: “Hey Mari! Mach Du ma!” Aber das tangiert des Pudels Kern nichtmal peripher.

Also: ich mach das mal lieber wie der Otto-Normal-Blogger: Am Tag ist irgendwas ungeheuer (………..)* passiert, ich teile das allen mit und wenns passt, kommt dann nochn Link dabei. In manchen Kreisen würde man das wohl als angemessenes Verhalten bezeichnen.

Na denn mal los:

Letztens beim gepflegten Mittwochsbrunch erfuhr ich von meinem charmanten Gast (heißt es heute genderechterweise “meine Gästin”?) überraschenderweise, dass ihre Schwester ne Homepage hat. Hätt ich mir eigentlich denken können: Hintergrundinfos von Awacs bis Zwangsimpfung, praktische Widgets (Live-Fahrplan) auf dem Laptop und Reifenwechsel inklusive aller nötigen Randnotizen via Google-Fernstudium erlernt. Jaja, das isse, die Mari.

Und da schau ich heute erwartungsvoll, was mich wohl erwarten wird und freu mich gleich noch mehr: Es geht um Essen! Meine Lieblingsvorspeise war die hier. Wobei ich irgendwie bisher dachte, dass Schwips ein ursächsischer Ausdruck sei. Davon weiß Wikipedia allerdings nix. Hat jemand bessere Links?

Naja, nen Geheimtipp hab ich noch für alle Rezeptesucher: gourmandise yourself ;) (der war dermaßen blöd, da musste ein Smilie dahinter)

Und Mari: ich hab Dich jetzt im Feed und freu mich schon auf Dein nächstes Experiment. Und allen Anderen: Viel Spaß auf Marias Welt!

* folgende Wörter dürfen frei nach dem eigenen Vorurteil eingesetzt werden:

:Dramatisches, Belangloses, Herzzrerreißendes, Grandioses, Lustiges, Wichtiges, Lobenswertes, Weltbewegendes, Grausames, Langweiliges, Trauriges, Entsetzliches, Tragödisches

vierhundertzwanzigtausenddreihundertsechsundneunzig

von deëll am Dienstag, Oktober 20th, 2009

wie nur den Fuß in die Tür bekommen? — Einfach plappern – bloggen – blöken!

Sagt er und lässt mal kurz Revue passieren:

• eine knappe halbe Ewigkeit mit dem Gedanken schwanger auch so ein Ding haben zu wollen (und ganz geschickt das m/n-Blog-Dilemma umschifft)

• einen Monat lang eine Domainleiche beim Provider im Keller liegen gehabt

• 3 Tage lang dem Drang getrotzt sich durch ein Wirrwarr an LogIn-Daten, Passwörtern, diversen Konfigurationsseiten und anderen (ir)relevanten Zeichenketten zu winden

• innerhalb von 8 Stunden  effektiv etwa ein Viertel der Zeit für die Umsetzung dieses historischen Wendepunktes aufgewandt

• einige Minütchen der Kreation vorliegenden Textes gewidmet – und

• in Sekundenschnelle auf “Publizieren” gedrückt, damit auch jeder lesen kann, was keinen interessiert.

Nur für den Fall, dass jemand wissen will, was ich die letzten 292 Tage so alles gemacht habe. Ich meld mich dann wieder, wenn ich ein individuelles Theme fertig habe.