Ich sitze hier schon den ganzen Abend und die halbe Nacht bei geöffnetem Fenster an einem kleinen Projekt. Reger Austausch mit dem Projektleiter, unvermeidlicher Emailverkehr und ganz wichtige Telefonate lassen die Zeit zusätzlich wie im Flug vergehen. Mal abgesehen vom Termindruck.
Es gibt aber diese Momente, die mich an Musik erinnern. Oder die versuchen sich in mir mittels eines Liedes Bahn zu brechen. Wie gerade eben.
Unvermittelt (als ob es nicht schon den ganzen Tag lang Blitzschauer gegeben hätte) entlädt sich in der Nähe ein mittelschweres Gewitter. Und da ich eine gewisse Affinität für Naturgewalten habe reißt es mich in seinen Bann und aus dem Arbeitstrott. Dieses intensive Wasserrauschen, gebrochen vom wütenden Grollen und der knackenden Elektrizität ruft in mir regelmäßig etwas hervor, das ich nicht einzuordnen weiß. Aber irgendwas in mir will es versinnbildlichen, es verknüpfen mit Bekanntem, eine Erklärung. Ganz schwierig… das mit dem Unfassbaren.
Manchmal sind die Empfindungen derart intensiv, dass sie in der Musik einen Ausweg suchen. Mehr oder weniger erfolgreich. Aber als jahrelang aktiver Konsument verfügt man ja glücklicherweise über ein weites Repertoire mit Hilfe dessen wenigstens eine Teilentladung möglich ist. Ich begann zu suchen. Es dürfte doch Morcheeba gewes… nein, wars nicht. Emiliana Torrini!
Einigermaßen glücklich über den errungenen Teilsieg begann ich auf Wikipedia die Einträge nach passenden Titeln zu durchwühlen.* Nur nicht anfangen mit fälschlicherweise ausgewählten Werken innere Verwirrung zu stiften… Beim Album “Love in the Time of Science” wurde ich dann endlich fündig und ich einigte mich darauf, dass es irgendetwas zwischen “Wednesday Cild”, “Baby Blue” und “Summerbreeze” gewesen sein muss. War es aber nicht 100prozentig. Anscheinend gibt es das betreffende Lied (noch) nicht. Oder es ist mir einfach nur unbekannt…
Ich habe zwar nur eine leise, fast unnahbare Ahnung, was mir das alles sagen will, aber immerhin bin ich diesmal dem Gesuchten näher etwas gekommen als sonst…
*: Ich muss leider anmerken, dass ich Wikipedia ausschließlich zur Sichtung des Lebenswerks von Künstlern erfolgreich zu nutzen vermag. Anderes (für mich relevantes) Wissen wird regelmäßig wegdiskutiert. Und um den Faden gleich noch weiterzuspinnen: Bis auf einen Spieleeinkauf ist amazon für mich immer noch ausschließlich das Portal der Hörproben. Obwohl, Musikempfehlungen hab ich bisher nicht nur eine weggetragen.